Wegerechte beachten

development-area-500354_640In einer Einfamilienhaussiedlung werden die Bauten heutzutage sehr dicht aneinander gestellt. Das ist der geringen Grundstücksgröße geschuldet. Wo früher ein großes Grundstück war, ist dieses teilweise mehrfach geteilt worden. Hinter dem Haus an der Straße befinden sich dann ein oder zwei weitere Grundstücke. Eine solche Konstruktion hat zur Folge, dass die Zufahrt zu den hinteren Grundstücken nur über das vordere Grundstück möglich ist.

Um dies zu ermöglichen, müssen grundbuchlich gesicherte Wegerechte eingetragen sein. Das erfolgt normalerweise im Wege der Teilung des großen Grundstücks beziehungsweise bei neuen Grundstücken vor dem Verkauf der Liegenschaft.

Im Ergebnis lasten auf dem vorderen, gegebenenfalls auch auf dem mittleren Grundstück, Belastungen schuldrechtlicher Art. Das bedeutet wiederum für das vordere Grundstück, das ist sehr schwer oder nur mit einer grundbuchlichen Vorbelastung zu verkaufen ist. Um diesen Nachteil auszugleichen, wird vor dem Bau der Hinterliegerhäuser ein schuldrechtlicher Ausgleich in Geldform vereinbart. Bedeutet: Es wird eine einmalige oder regelmäßige Zahlung an den Besitzer des vorderen Grundstücks geleistet.

Welche Auswirkung hat das

Ein Wegerechtbedeutet bei dem Grundstück, auf dem dieses Recht lastet, dass es zu Dienstleistungen verpflichtet ist. Konkret: Bei einem Wegerecht muss der Besitzer des Grundstücks den Weg zum hinteren Grundstück von Schnee und Eis freihalten, streuen usw. Selbst dann, wenn er dieses Wegstück nicht selbst nutzt oder nutzen kann.

Des weiteren kann es passieren, dass die Last der Schnee- und Eisbeseitigung auf der zuführenden Straße für alle Grundstücke vom Besitzer des vorderen Grundstücks geleistet werden muss. Er ist also aus versicherungstechnischer und rechtlicher Hinsicht verantwortlich dafür, dass die hinteren Grundstücke ihr Recht aus der Eintragung im Grundbuch jederzeit und ohne Unfall nutzen können.

Das Notwegerecht

Es gibt jedoch Situationen, in denen die Eintragung des normalen Wegerechts nicht möglich ist. Beispielsweise dann, wenn ein hinterherliegendes Grundstück, das zuvor von der Straße aus erreichbar war, durch Bauarbeiten oder Ähnliches nicht mehr von der Straße zu erreichen ist. Wenn dann die Nutzung des hinterliegenden Grundstücks nur noch über das vordere Grundstück möglich ist, muss der vordere Grundstücksbesitzer ein Notwegerecht gewähren. Ein solches kann notfalls mittels einstweiliger Verfügung gerichtlich angeordnet werden. Allerdings ist so ein Notwegerecht keine Dauerlösung.