Kräuter im Garten

herbs-337085_640(1)Man muss wahrhaftig keine Hexe sein, um einen eigenen Kräutergarten zu besitzen. Dabei ist schon das Wort Kraut sehr geheimnisvoll und absolut unspezifisch. In einem Kräutergarten wachsen in aller Regel Küchenkräuter, Würzkräuter und Heilkräuter.

Der Name Kräuter ist irreführend und deckt sich nicht mit der botanischen Definition. In Kräutergärten findet man vorwiegend Zwerggehölze oder Stauden auch aus dem Mittelmeerraum, mehr oder weniger wohlriechend sind sie alle. Der Begriff Kräuter umfasst beispielsweise auch einjährige Pflanzen, beispielsweise Bohnenkraut oder Dill. Gerade Kräuter werden bis heute noch in Gärten angebaut, nicht mehrheitlich industriell auf Feldern produziert.

Obwohl die Tendenz dorthin nur allzu offensichtlich ist. Die frühesten Kräutergärten werden wohl unsere Vorfahren als Neandertaler oder Homo erectus gehabt haben. Allgemein wird postuliert, Kräutergärten seien die ältesten Gärten der Welt.

Aus dem Kräutergarten eines babylonischen Herrschers namens Marduk-apla-iddina II. Gibt es eine historische Artenliste. Die allermeisten der Kräuter und Pflanzen waren nicht bekannt, doch es fanden sich auch Portulak, Oreganum, Dill, Koriander, Fenchel, Lauch, Zwiebeln, Rüben, Kresse, Zwiebeln, Schalotten, Rauke, Weinraute, Griechisch Heu und Tamariske, Gurken, Rote Beete, Minze, Knoblauch, Thymian, also eine Mischung aus Gewürz- und Gemüsepflanzen.

Kräuterimport

Belegt ist seit der Zeit der Römer, bereits seit der Eisenzeit, der Import von aromatischen Kräutern vor allem auch zu kulinarischen Zwecken. In den Klostergärten des Mittelalters wuchsen natürlich nicht nur Küchenkräuter. Hier kann man die Grenze zwischen Apothekergarten und Kräutergarten, auch für lukullische Zwecke, durchaus fließend. Ein deutlicher Beleg für diese Tatsache ist beispielsweise die Landgüterverordnung, die „Capitulare des villis vel curtis imperii“ Karls des Großen, eine detaillierte Vorschrift über die Verwaltung der Güter der Krone.

Hierin sind auch Pflanzen explizit genannt. In dieser Schrift finden sich nahezu lediglich Kräuter. Von diesem Dokument ist nur eine einzige Handschrift überliefert, welche sich in der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel befindet. Eine andere ausgesprochen wertvolle Aussage über die Kräutervielfalt, die im Mittelalter in den Klostergärten angebaut wurden, ist der Liber de cultura hortorum von Walahfrid Strabo.

Eine weitere wichtige Quelle über den Aufbau mittelalterlicher Kräutergärten ist der St. Galler Klosterplan. Der Klosterplan ist 112 mal 77,5 Zentimeter groß, gefertigt ist er aus fünf Teilen Pergament, die zusammengenäht sind. Er zeigt die Grundrisse von 50 Häusern, mit Namen und Funktionen. In den Gebäuden waren so zu dieser Zeit wohl um die dreihundert Menschen beschäftigt. Unter anderem fanden sich auf dem Plan eben auch zahlreiche Hinweise auf Kräutergarten und deren Inhalt.